Aktuelles
Hier finden Sie aktuelle Information, neue Publikationen und Hinweise zu Integrations- und Migrationsthemen sowie zur Prävention von Vorurteilen, Diskriminierung und Rassismus.
Macht, Interaktion und Femizid
Der Begriff „Femizid“ wird seit einigen Jahren für Tötungsdelikte gegen Frauen verwendet; während er in der kriminologischen Forschung zu häuslicher Gewalt und speziell nicht sexuell motivierten Tötungsdelikten gegen Frauen seltener verwendet wird. Ein spezielles Problem liegt daran, dass man an die Paare, deren Streit mit der Tötung der Frau endet, vorher oft gar nicht herankommt.
Wellen der Solidarität: 10 Jahre zivile Seenotrettung und die Syrische Revolution
"Die Geflüchteten, Verfluchten, die über die Grenzen hinweg nach Europa gelangt waren, langten nach den Augen der Welt, in den Augen der Europäer*innen, denn in ihren Augen waren sie die Welt, sie trugen eine Frage im Gepäck: Wer nur noch sein Leben zu retten hat, der hat nichts mehr zu verlieren, auch das Leben nicht, Widerstand zwecklos, wer trägt dann noch die Hoffnung?"
Zwei kritische, aber nicht hoffnungslose Blicke auf und über das Mittelmeer – das nicht nur Burggraben und Massengrab, sondern auch ein internationaler Raum der Bewegungsfreiheit und Solidarität sei.
Instrumentalisierte Feindschaften - Antisemitismus in muslimischen Communities und antimuslimischer Rassismus
Vorstellungen eines spezifisch "muslimischen Antisemitismus" bergen die Gefahr einer ungerechtfertigten Pauschalverdächtigung. Sowohl Antisemitismus als auch antimuslimischer Rassismus müssen ernst genommen werden, egal von wem sie ausgehen. Dieser Beitrag versucht, dem "importierten Antisemitismus" auf den Grund zu gehen und Rassismen zu kontextualisieren und zu verstehen.
Infomaterial: Abschiebungsanordnung
Aus aktuellem Anlass ist es sinnvoll, die gesetzlichen Begriffsunterschiede zu kennen. Der Informationsverbund Asyl & Migration bietet dafür eine Bandbreite an Informationsmaterial zur Verfügung.
Offener Brief: Die polizeiliche Kriminalstatistik ist als Instrument zur Bewertung der Sicherheitslage ungeeignet
Wissenschaftler*innen und Mitglieder der Zivilgesellschaft warnen vor der politisierten Nutzung der polizeilichen Kriminalitätsstatistik, die jedes Jahr dafür genutzt wird, falsche Narrative über steigende Kriminalität und vermeintlich „kriminelle Migrant*innen“ zu verbreiten. Die Unterzeichnenden stellen das durch das BKA und die Medien gezeichnete statistische Bild entschieden in Frage und betonen, dass die PKS zur Polarisierung der Gesellschaft und Stigmatisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen beiträgt.
Antisemitismus erkennen - von den Wurzeln bis zur digitalen Welt
Antisemitismus – ein Phänomen, das trotz jahrhundertelanger Weiterentwicklung und tiefer Verankerung in unserer Gesellschaft oft schwer zu greifen ist. Der Dokumentarfilm „Antisemitismus erkennen – von den Wurzeln bis zur digitalen Welt“ lädt ein zu einer aufschlussreichen Reise durch die über 2000-jährige Geschichte des Judenhasses und beleuchtet seine verschiedenen Facetten. Speziell für die schulische und außerschulische Bildung konzipiert, bietet der ca. 30-minütige Film Lehrenden und Lernenden eine wertvolle Grundlage für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema.
Die Regierung verstärkt ihre Bemühungen gegen Extremismus
Die norwegische Regierung veröffentlicht eine neue nationale Strategie zur Prävention von Extremismus. Die Strategie umfasst 45 Maßnahmen, darunter die Einrichtung eines nationalen Zentrums zur Bekämpfung von Radikalisierung und Gewalt, die Förderung von Demokratiewerten und Anti-Rassismus in Schulen, die Bekämpfung von Desinformation und die verstärkte Finanzierung von lokalen Initiativen. Besonders hervorgehoben wird die Rolle von Kommunen, Zivilgesellschaft und privaten Akteuren, um Vertrauen, Sicherheit und demokratische Resilienz zu stärken. Zudem wird die Bedeutung der Zusammenarbeit mit lokalen Regierungen betont, um den Herausforderungen der Extremismusprävention effektiv zu begegnen.
Regelmäßige Sprechstunde für Beratungsfachkräfte der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit
Im Rahmen der bundesweiten Projektarbeit bieten Mitglieder des Projekts nexus – Psychotherapeutisch-Psychiatrisches Beratungsnetzwerk spezialisierte psychologische, psychotherapeutische und psychiatrische Fallhilfen an, die Beratungsfachkräfte bedarfsorientiert in ihrer Arbeit unterstützen können. Neben der Möglichkeit der Einzelfallberatung findet ab sofort eine Fachkräfte-Sprechstunde in einem Online-Format statt. Sie ist niedrigschwellig und kann punktuell besucht werden.
Dieses Format bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit,
- Fälle anonymisiert vorzustellen,
- konkrete Fragestellungen zu erörtern und Fachfragen aus dem Bereich psychische Gesundheit zu stellen,
- gemeinsam Lösungen zu erarbeiten,
- den Raum für inhaltliche Diskussion, Reflexion und der Beantwortung von Fachfragen zu nutzen,
- Unterstützung im Umgang mit Herausforderungen oder Belastungen zu erhalten, die im beruflichen Kontext auftreten können.
- eine weitere Perspektive für Ihre Arbeit im Bereich der Distanzierungs- und Ausstiegsbegleitung gemeinsam zu entwickeln.
Die Sprechstunde wird von einer psychologischen Psychotherapeutin i.A. und einem Assistenzarzt für Psychiatrie und Psychotherapie moderiert.
Zielgruppe:
Für Fachkräfte von Präventions- und Beratungsstellen der Extremismusprävention, insbesondere aus den Phänomenbereichen Islamismus und Rechtsextremismus.
ab Montag, 24. März alle zwei Wochen (ungerade Wochen) fortlaufend, 18:30–20:00 Uhr
Zweites Quartal: 07.04., 21.04., 05.05., 19.05., 02.06., 16.06., 30.06.
Drittes Quartal: 14.07., 28.07., 11.08., 25.08., 08.08., 22.08.
Viertes Quartal: 06.10., 20.10., 03.11., 17.11., 01.12., 15.12.
Einzelne oder regelmäßige Teilnahme möglich
Fachtag: Über Sexualität(en), Gender und Bildung sprechen – pädagogisches Handeln in der superdiversen Gesellschaft
Wie reagiere ich, wenn meine Schüler*innen ablehnend auf das Thema Sexualität im Unterricht reagieren? Welchen Einfluss hat Social Media auf das Verständnis von Sexualität und Gender bei Jugendlichen? Und wie können Eltern sowie Sorgeberechtigte wertschätzend und diskriminierungssensibel eingebunden werden?
Auf unserem Fachtag wollen wir uns gemeinsam mit Ihnen darüber austauschen, wie eine wertschätzende, diversitätsorientierte und religionssensible Haltung in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen entwickelt und vertieft werden kann. Dabei lassen wir uns von der Grundannahme leiten, dass gerade die superdiverse Gesellschaft eine wertvolle Grundlage für Bildungsarbeit darstellt, in der unterschiedliche Perspektiven anerkannt und aktiv eingebunden werden können.
Im Rahmen von Input-Vorträgen, Erfahrungsberichten und Workshops werden praxisorientierte Ansätze vorgestellt, die dabei helfen können, unter Berücksichtigung verschiedener Lebensrealitäten über Sexualität(en) und Gender in Bildungskontexten zu sprechen.
Den Abschluss bildet eine moderierte Fishbowl-Diskussion, in der Teilnehmende ihre Perspektiven und Erfahrungen teilen und gemeinsam Handlungsimpulse für eine pädagogische Praxis in der superdiversen Gesellschaft entwickeln können.
22.05.2025 - in Oudenarder Straße 16 (Haus D 06), 13347 Berlin
Weitere Informationen sowie zur Anmeldung:
Psychosoziale Auswirkungen von Trauma und Flucht auf Geflüchtete und professionell Helfende am Beispiel des „Sonderkontingents für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak“
Die Dissertation untersucht die psychischen Belastungen von Geflüchteten, insbesondere im Hinblick auf Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), die durch traumatische Erlebnisse wie Genozid und Gefangenschaft entstehen. Sie zeigt, dass die PTBS-Prävalenz bei Geflüchteten hoch bleibt, auch Jahre nach ihrer Ankunft, und dass Stigmatisierung und Sekundärtraumatisierung bei Helfenden zusätzliche Herausforderungen darstellen. Die Arbeit trägt mit einer Längsschnittstudie, einer Erhebung zur Sekundärtraumatisierung und der Entwicklung eines psychoedukativen Films zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung bei und liefert wichtige Erkenntnisse für die Praxis und zukünftige Forschung.