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12.10.2017

Gesundheitsuntersuchung bei Asylsuchenden: Überdiagnostik treibt Kosten in die Höhe

Forscherinnen und Forschern des Universitätsklinikums Heidelberg und der Universität Bielefeld haben eine Studie zur "Gesundheitsuntersuchung von Asylsuchenden: Eine bundesweite Analyse der Regelungen in Deutschland" veröffentlicht. Die Studie vom Januar 2017 hat für die Gesundheitsuntersuchung von Asylsuchenden im Jahr 2015 ein Einsparpotenzial von rund 3,1 Millionen Euro errechnet.

Um eine Ausbreitung und eine Übertragung von Infektionskrankheiten zu vermeiden, haben einige Bundesländer entgegen der bundesgesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen, den Umfang und die Auswahl an durchzuführenden Screeningmaßnahmen deutlich ausgeweitet. Aufgrund des förderalen Systems sind teilweise erhebliche Unterschiede zu verzeichnen.

Die Studie konstatiert, dass die vorhandenen Ressourcen durch die Überdiagnostik nicht effizient genutzt werden konnten. Der Ko-Autor Professor Dr. Oliver Razum, Dekan der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, der Studie fasst das Ergebnis wie folgt zusammen: "Während Asylsuchenden medizinisch notwendige und sinnvolle Maßnahmen möglicherweise vorenthalten werden, leisten sich einige Bundesländer gesetzlich verordnete, unnötige Untersuchungen auf Infektionskrankheiten".

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Ein englischsprachiger Artikel zu der Studie steht Ihnen in der Zeitschrift Eurosurveillance zur Verfügung.